Ich habe dem Haushalt 2026 der Verbandsgemeinde Vallendar nicht zugestimmt. Nicht aus Lust am Widerspruch und nicht, weil ich die Arbeit der Verwaltung gering schätze.

Ich habe dagegen gestimmt, weil ein rechnerisch ausgeglichener Haushalt noch lange kein gesunder Haushalt ist.

Drei Prozent Gestaltung sind zu wenig

Nach unserer damaligen Auswertung konnte der Verbandsgemeinderat nur noch über rund drei Prozent des gesamten Haushaltsvolumens politisch gestalten. Der Rest war durch Pflichtaufgaben, Umlagen, Standards und laufende Verpflichtungen gebunden.

Das ist ein ernstes Problem. Die Bürger wählen einen Rat, damit er Prioritäten setzt. Kann er nur noch über einen kleinen Rest entscheiden, wird aus kommunaler Selbstverwaltung die Verwaltung des Mangels.

Verschobene Rechnungen verschwinden nicht

Die Kreisumlage bindet einen großen Teil der Einnahmen. Gleichzeitig steigen Personalkosten, Unterhaltungsbedarf und der Druck durch aufgeschobene Investitionen.

Wer Reparaturen und Sanierungen vertagt, spart nicht. Er verschiebt die Rechnung und macht sie häufig größer. Eine schwarze Null sagt deshalb wenig, wenn notwendige Ausgaben nur in die Zukunft geschoben werden.

Vereine und Ehrenamt sind nicht der Sparstrumpf

Wenn das Geld knapp wird, geraten Vereine, Jugendarbeit und Ehrenamt schnell unter Druck. Das ist der falsche Reflex.

Diese Leistungen kosten im Verhältnis zum Gesamthaushalt wenig, sind für den Zusammenhalt aber enorm wichtig. Wer hier zuerst kürzt, spart überschaubare Beträge und richtet großen Schaden an.

Bevor wir das streichen, was unsere Orte lebenswert macht, müssen Strukturen, Aufgaben, Abläufe und langfristige Verpflichtungen auf den Prüfstand.

Wir brauchen eine Agenda 2030

Ein Nein reicht nicht. Deshalb habe ich eine langfristige Strategie für die Verbandsgemeinde vorgeschlagen. Diese „Agenda 2030“ braucht mindestens vier Bausteine:

  • eine nachvollziehbare Prioritätenliste für zukünftige Investitionen,
  • ein belastbares Unterhalts- und Sanierungskonzept für kommunale Gebäude,
  • eine transparente Aufgabenanalyse mit einer strategischen Personalplanung,
  • eine Digitalisierung, die Verwaltung und Ehrenamt tatsächlich entlastet.

Nicht alles kann sofort umgesetzt werden. Aber Rat, Verwaltung und Öffentlichkeit müssen wissen, was ansteht, was es kostet und in welcher Reihenfolge gehandelt wird. Nur dann lassen sich ehrliche Prioritäten setzen.

Mein Nein war ein Ja zur Verantwortung

Meine Gegenstimme war kein pauschales Dagegensein. Sie war ein Ja zu ehrlichen Zahlen, klaren Prioritäten und vorausschauender Finanzpolitik.

Wir dürfen nicht jedes Jahr über dieselben Belastungen und verschobenen Investitionen klagen. Wir müssen früher handeln und langfristig planen.

Es geht nicht nur um Zahlen. Es geht darum, ob die Verbandsgemeinde künftig noch gestalten kann oder nur noch Mangel verwaltet. Für mich war deshalb ein klares Nein notwendig.

Hintergrund: Berichterstattung zur Haushaltsentscheidung vom 11. Dezember 2025

Dieser Beitrag gibt meine persönliche politische Bewertung wieder. Er ist keine offizielle Mitteilung der Verbandsgemeinde Vallendar, der CDU oder einer CDU-Fraktion.