Mich beschäftigt daran vor allem eine Frage: Wie wollen wir Europäer unsere gemeinsame Zukunft gestalten?

Für mich beginnt die Antwort mit Respekt vor unseren Unterschieden. Europa lebt von seinen Sprachen, Landschaften und kulturellen Traditionen. Wer in seiner Heimat verwurzelt ist, muss diese Verbundenheit nicht ablegen, um europäisch zu denken. Gerade die Erfahrungen der einzelnen Länder können gemeinsame Entscheidungen besser machen.

Doch Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass wir Aufgaben liegen lassen. Wo Energieversorgung über Grenzen reicht, wo Unternehmen in mehreren Ländern arbeiten oder wo unsere Sicherheit betroffen ist, brauchen wir Vereinbarungen, auf die sich alle Beteiligten verlassen können. Zusammenarbeit muss am Ende etwas ermöglichen.

Das bedeutet für mich auch, Zuständigkeiten ernst zu nehmen. Die EU darf nur innerhalb der Befugnisse handeln, die ihr die Mitgliedstaaten übertragen haben. In Bereichen geteilter Zuständigkeit gilt das Subsidiaritätsprinzip: Europäisches Handeln muss gegenüber dem Handeln der Mitgliedstaaten einen begründeten Vorteil haben. [1] [2]

Aus der Kommunalpolitik kenne ich den Anspruch, Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Bürger wollen wissen, wer zuständig ist, welche Möglichkeiten bestehen und warum eine Lösung gewählt wird. Denselben Anspruch habe ich an die europäische Ebene. Wer Verantwortung übernimmt, muss seine Entscheidungen erklären und sich Kritik stellen.

Eine handlungsfähige EU braucht deshalb demokratische Kontrolle und verständliche Verfahren. Ich wünsche mir, dass Regierungen ihre europäischen Kompromisse auch zu Hause vertreten. Gemeinsam beschlossene Regeln anschließend als fremde Zumutung aus Brüssel darzustellen, beschädigt Vertrauen.

Zur Ehrlichkeit gehört ebenso, Fehlentwicklungen zu benennen. Unnötige Bürokratie muss abgebaut werden. Unterschiedliche Ausgangslagen verdienen Beachtung. Und wenn eine Regel ihren Zweck verfehlt, sollte sie überprüft werden. Europäische Überzeugung verpflichtet dazu, Verbesserungen einzufordern.

Für mich gehören Heimatverbundenheit und europäische Zusammenarbeit zusammen. Ich möchte, dass wir unsere Eigenheiten bewahren und zugleich dort gemeinsam entscheiden, wo das unsere Möglichkeiten erweitert. Europa gewinnt Vertrauen, wenn aus Zusammenarbeit nachvollziehbare Ergebnisse werden. Daran sollten wir seinen Erfolg messen.

Quellen und Einordnung

[1] Europäische Kommission: Areas of EU action

[2] EUR Lex: The principle of subsidiarity

Quellenstand 22. Oktober 2026. Politische Forderungen und Bewertungen geben meine persönliche Haltung wieder.

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Dieser Beitrag gibt meine persönliche politische Bewertung wieder. Er ist keine offizielle Mitteilung der Ortsgemeinde Urbar, der Verbandsgemeinde Vallendar, der CDU oder einer CDU-Fraktion.